Überspringen zu Hauptinhalt

Digitale Welt

Der Weg zum disruptiven Messeformat

Weltweit ist das Thema der Digitalisierung von Unternehmen oder Prozessen heute nicht mehr weg zu denken. Die Optimierung der Wertschöpfungsketten stellt für viele ein erstrebenswertes Ziel dar, weil sie sich Kostensenkungen versprechen. Kommt der Begriff „Disruption“ mit ins Spiel, wächst die Unsicherheit. Bilder von pfeilschnellen und wendigen Start-Ups, die die trägen Tanker der Großunternehmen mit neuen Geschäftsmodellen umrunden, sind jedoch längst schon Realität, wie die sog. FinTechs in der Finanzbranche bewiesen haben. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei immer in der Digitalisierung.

Der Übergang zwischen der Digitalisierung zur Optimierung von Prozessen und der disruptiven Veränderung ist fließend. Während es den großen Unternehmen der New Economy bereits erfolgreich gelungen, verschiedenste Branchen erfolgreich in ihren Prozessen zu digitalisieren, sind es jetzt auch die alltäglichen Dinge, die vor weitreichenden Veränderungen stehen.

Ein typisches Beispiel sind die Supermarktketten, welche sich bereits seit Jahren mit dem Thema der digitalen und dynamische Preisgestaltung gemäß Angebot und Nachfrage beschäftigen. Einzelne Teile des Sortiments, z.B. Getränke, sind bereits von digitalen Versandmodellen durchzogen. Für den vollständigen Wocheneinkauf fehlen noch wenige Stellschrauben, um eine Marktreife zu erreichen. Auch hier zeigen disruptive Geschäftsmodelle, die nicht mehr isolierte Lebensmittel, sondern Zutatensysteme für Gerichte zur Auswahl haben, wohin die Reise gehen kann. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis sich auch für Lebensmittel neue Geschäftsmodelle ihren Marktanteil erobern.

Auch wenn das englische Wort „disrupt“ übersetzt so viel wie zerstören bedeutet, geht es doch vor allem darüber, überholte Teile eines klassischen Geschäftsmodells auszutauschen und andere beizubehalten. Ein digitales Umdenken und eine optimierte Weiterentwicklung in einem neuen Prozess treffen das Ziel eines disruptiven Vorgehens besser. Mögliche Risiken lassen sich auf diese Weise auch eindämmen.

Welche Ansatzpunkte für ein disruptives Vorgehen bietet nun das klassische Messekonzept? Das Geschäftsmodell Messe basiert darauf, dass vor allem für B2B-Märkte ein Raum geschaffen wird, in dem große Teil der Anbieter und Nachfrager zusammenkommen. Solche Messeräume hatten für B2B-Unternehmen einen hohen Stellenwert. Durch die Globalisierung und die immer kürzeren Entwicklungszyklen in manchen Branchen stiegen die Investitionen für eine Messebeteiligung enorm an. Auch für die Besucher steht der Aufwand eines Messebesuchs oftmals nicht mehr im angemessenen Verhältnis zu den gewonnenen Informationen. Besucher sind durch die digitalen Medien in der Lage, sich ihren Mix der Informationsbeschaffung ganz individuell zusammenzustellen. Diesen Veränderungsprozess haben bereits einige Messeformate leidlich zu spüren bekommen.

Aus diesem Grund ist es Zeit, disruptive Überlegungen auch auf das Thema Messe anzuwenden. Die Informationsvielfalt einer Messe ohne weitere Vorlaufzeit bequem zu erreichen sein. Der Besucher entscheidet über den Zeitpunkt, zu dem er die Informationen in einer möglichst interessanten Breite mit einer Mischung aus Vorträgen und beständigen Informationen wie Whitepaper abrufen möchte. Erste Kontakten zu potentiellen Lieferanten oder auch ein Erfahrungsaustausch mit anderen Anwendern kann ebenso durch Chats oder Foren unterstützt werden.

Dem Aussteller wird damit eine Plattform geboten, auf welcher er sich dem Markt präsentieren kann und dabei nicht über exorbitante Budgets nachdenken muss.

Das disruptive Messeformat wird zu einem fairen Baustein im Mix des Marketings gerade auch für kleine und mittlere Unternehmen.